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Leitfaden zu assistiven Technologien

Ein umfassender Überblick über die Tools und Hilfsmittel, die Menschen mit Behinderungen dabei helfen, sich im Internet zurechtzufinden.

Das Internet sollte für alle zugänglich sein. Doch für Millionen von Menschen weltweit erfordert der Zugriff auf eine Website spezielle Hardware oder Software. In diesem Leitfaden werden die gängigsten assistiven Technologien erläutert und erklärt, wie Websites wie unsere so gestaltet sind, dass sie mit diesen Technologien kompatibel sind.

Assistive Technologien verstehen

Unter assistiver Technologie versteht man jedes Gerät, jede Software oder jede Ausrüstung, die einer Person mit einer Behinderung dabei hilft, Aufgaben zu erledigen, die ihr sonst schwerfallen oder unmöglich wären. Im Internet interagieren diese Technologien direkt mit Ihrem Browser und dem zugrunde liegenden Code jeder Seite.

Wenn eine Website korrekt aufgebaut ist – mit semantischem HTML, korrekten Überschriften und aussagekräftigen Beschriftungen –, können assistive Technologien den Inhalt interpretieren und in jeder vom Nutzer benötigten Form darstellen: laut vorgelesen, in Brailleschrift angezeigt, vergrößert oder vollständig über die Tastatur bedient.

Vision

Bildschirmleseprogramme

Ein Screenreader ist eine Software, die Text und Elemente der Benutzeroberfläche auf dem Bildschirm in Sprache oder Braille umwandelt. Er liest die Seite vor, nennt Links, Schaltflächen und Überschriften und ermöglicht es den Nutzern, durch Springen zwischen den Abschnitten zu navigieren.

Zu den gängigen Screenreadern gehören JAWS und NVDA unter Windows, VoiceOver unter macOS und iOS, TalkBack unter Android und Orca unter Linux. Die meisten modernen Betriebssysteme verfügen über einen integrierten Screenreader, der keine zusätzlichen Kosten verursacht.

Damit Screenreader gut funktionieren, müssen Websites korrekte Überschriftenebenen verwenden, alle Formularfelder beschriften, Alternativtext für Bilder bereitstellen und bei Bedarf ARIA-Attribute verwenden.

Bildschirmvergrößerungsprogramme

Bildschirmvergrößerungsprogramme vergrößern einen Ausschnitt des Bildschirms, sodass Menschen mit Sehbehinderungen Texte besser lesen und Elemente der Benutzeroberfläche deutlicher erkennen können. In der Regel können Nutzer die Vergrößerung zwischen 2- und 36-fach einstellen.

ZoomText ist ein beliebtes spezielles Vergrößerungsprogramm für Windows. Jedes gängige Betriebssystem verfügt zudem über eine integrierte Zoomfunktion. Im Internet sollte eine gut gestaltete Website auch bei einer Vergrößerung von bis zu 400 % ohne horizontales Scrollen oder Verlust von Inhalten nutzbar bleiben.

Braillezeilen

Ein aktualisierbares Braille-Display ist ein Hardwaregerät, das vor der Tastatur angebracht wird und kleine Stifte anhebt, um in Echtzeit Braillezeichen zu erzeugen. Es wandelt alles, was ein Screenreader gerade vorliest, in taktile Informationen um.

Diese Geräte sind für Menschen, die sowohl taub als auch blind sind, unverzichtbar, da sie sich nicht auf akustische Signale verlassen können. In der Regel zeigen sie zwischen 14 und 80 Braillezeichen gleichzeitig an.

Kontrast- und Farbfilter

Leute mit Sehbehinderungen oder Farbenblindheit können ihre Anzeigeeinstellungen anpassen, um die Lesbarkeit zu verbessern. Der Windows-Modus „Hoher Kontrast“ ersetzt alle Farben durch eine begrenzte Palette kontrastreicher Farben. Farbfilter können bestimmte Arten von Farbenblindheit wie Protanopie, Deuteranopie oder Tritanopie ausgleichen.

Der Dunkelmodus hilft vielen Nutzern zudem, indem er Blendungen und die Belastung der Augen verringert, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen.

Motorische und körperliche Behinderungen

Tastaturnavigation

Viele Leute können aufgrund eingeschränkter Beweglichkeit der Hände, Zitterns oder Lähmungen keine Maus benutzen. Sie sind bei der Navigation auf Websites vollständig auf die Tastatur angewiesen – sie nutzen die Tabulatortaste, um zwischen Links und Schaltflächen zu wechseln, die Eingabetaste, um diese zu aktivieren, und die Pfeiltasten, um durch Menüs zu navigieren.

Damit die Tastaturnavigation funktioniert, muss jedes interaktive Element allein über die Tastatur erreichbar und bedienbar sein, wobei eine deutlich sichtbare Fokusanzeige anzeigt, welches Element gerade ausgewählt ist.

Geräte wechseln

Ein Schalter ist ein einfacher Knopf – manchmal nicht mehr als eine einzige große Fläche –, den eine Person drückt, um mit einem Computer zu interagieren. Nutzer von Schaltern blättern in der Regel nacheinander durch die Optionen und drücken den Schalter, wenn der gewünschte Eintrag markiert ist.

Schalter gibt es in vielen Formen: handbetätigte Tasten, durch Atemsteuerung bediente Sip-and-Puff-Geräte, Kopfschalter und Fußpedale. Manche Nutzer bedienen ihren gesamten Computer mit einem einzigen Schalter.

Damit der Schalterzugang im Web funktioniert, müssen alle interaktiven Elemente über die Tastatur erreichbar sein und die Berührungsflächen sollten mindestens 44 mal 44 Pixel groß sein.

Alternative Pointing Devices

When a standard mouse is not an option, users can choose from a range of alternatives. Trackballs require less hand movement. Head-tracking systems use a camera to follow head movements and translate them into cursor movement. Eye-gaze systems track where the user is looking on screen. Mouth-controlled joysticks respond to tongue or lip movements.

These devices all translate physical movement into cursor control, so websites must ensure that all functionality is available through pointing and clicking, with sufficiently large click targets.

Sprachsteuerung

Mit Sprachsteuerungssoftware können Nutzer ihren Computer vollständig per Spracheingabe bedienen. Nutzer können Befehle wie „Klicke auf ‚Anmelden‘“ oder „Scrolle nach unten“ sagen, um auf einer Website zu navigieren, Texte zu diktieren und mit Formularfeldern zu interagieren.

Dragon NaturallySpeaking ist die etablierteste Lösung für die Sprachsteuerung. Windows, macOS und Android verfügen alle über integrierte Sprachsteuerungsfunktionen. Damit die Sprachsteuerung gut funktioniert, benötigen Links und Schaltflächen aussagekräftige, gut sichtbare Textbeschriftungen, die Nutzer laut aussprechen können.

Anhörung

Bildunterschriften und Untertitel

Untertitel bieten eine textuelle Alternative zu Audioinhalten und machen Videos und Live-Veranstaltungen für gehörlose und schwerhörige Nutzer zugänglich. Untertitel können vom Zuschauer ein- oder ausgeschaltet werden.

Bei Live-Veranstaltungen sorgt die Echtzeit-Übersetzung (CART) für eine wortgetreue Transkription, die in Echtzeit angezeigt wird. Viele Videokonferenzplattformen bieten mittlerweile eine automatische Live-Untertitelung an.

Optische und akustische Warnsignale

Benutzer, die akustische Benachrichtigungen nicht hören können, können ihre Geräte so konfigurieren, dass visuelle Alternativen verwendet werden: ein Bildschirmblitz, eine LED-Anzeige oder eine Vibration. Im Internet sollten wichtige Meldungen niemals ausschließlich auf akustische Signale setzen – sie sollten immer auf dem Bildschirm sichtbar sein.

Induktionsschleifen

Eine Induktionsschleife ist ein in einem Raum verlegtes Kabel, das Audiosignale direkt an Hörgeräte überträgt, die mit einer Telefonspule ausgestattet sind. Während sie in erster Linie in physischen Räumen zum Einsatz kommt, gilt dasselbe Prinzip auch online: Audioinhalte sollten stets über eine Textalternative verfügen.

Kognitive Beeinträchtigungen und Lernbehinderungen

Text-to-Speech

Im Gegensatz zu einem Vollbild-Screenreader lesen Text-to-Speech-Tools lediglich den ausgewählten Text vor, ohne die Navigation des Nutzers auf der Seite zu beeinträchtigen. Dies hilft Menschen mit Legasthenie, Aufmerksamkeitsstörungen oder Lernschwierigkeiten, schriftliche Inhalte leichter zu verarbeiten.

Tools wie Natural Reader, die Browser-Erweiterung „Read Aloud“ und Microsoft Immersive Reader bieten diese Funktion. Klare, gut strukturierte Inhalte mit kurzen Absätzen und einfacher Sprache machen die Text-to-Speech-Ausgabe leichter verständlich.

Lesehilfen

Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die den Text für Menschen mit Legasthenie oder anderen Leseschwierigkeiten besser lesbar machen. Spezielle Schriftarten wie OpenDyslexic gestalten die Buchstaben so, dass visuelle Verwirrung vermieden wird. Leselinien heben eine einzelne Textzeile hervor, um die Konzentration zu fördern. Ein anpassbarer Textabstand hilft dabei, Zeichen und Wörter voneinander zu trennen.

Websites können diese Hilfsmittel unterstützen, indem sie relative Schriftgrößen verwenden, den Nutzern die Möglichkeit geben, Stile zu überschreiben, und sicherstellen, dass sich der Inhalt bei Vergrößerung des Textes oder Anpassung des Abstands korrekt anpasst.

Vereinfachte Navigation

Menschen mit kognitiven Einschränkungen profitieren von einheitlichen, vorhersehbaren Website-Layouts. Klare Überschriften, aussagekräftige Linktexte, Breadcrumb-Navigationen und eine logische Seitenstruktur verringern die kognitive Belastung und erleichtern das Auffinden von Informationen.

Einstellungen zur Reduzierung von Bewegungen ermöglichen es Nutzern, denen Animationen Unbehagen bereiten, diese zu deaktivieren oder zu minimieren.

Sprachstörungen

Unterstützte Kommunikation

Menschen, die nicht sprechen können, nutzen möglicherweise Hilfsmittel zur unterstützten Kommunikation (AAC). Diese reichen von einfachen Bildtafeln bis hin zu hochentwickelten Sprachausgabegeräten, die aus Text oder Symbolen gesprochene Sprache erzeugen.

Im Internet sind AAC-Nutzer bei der Navigation oft auf die Bedienung über Tastatur oder Schalter angewiesen. Die Gewährleistung einer vollständigen Tastaturzugänglichkeit und die Bereitstellung großer, klar beschrifteter interaktiver Elemente tragen ihren Bedürfnissen entgegen.

Unsere Mission

Wir bei Capiamo sind davon überzeugt, dass das Internet für alle nutzbar sein sollte. Unsere Mission ist es, Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Verbänden und Privatpersonen dabei zu helfen, ihre Websites einfach und kostengünstig an die Standards für Barrierefreiheit anzupassen.

Ganz gleich, ob Sie eine Unternehmenswebsite, ein Behördenportal, eine gemeinnützige Plattform oder einen persönlichen Blog betreiben: Unser Barrierefreiheits-Widget lässt sich in wenigen Minuten integrieren und bietet jedem Besucher die notwendigen Hilfsmittel für eine komfortable Navigation. Weitere Informationen darüber, wie diese Website die WCAG 2.2 AAA-Standards erfüllt, finden Sie in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit.